Anfang 2025 hat die Gemeinsame Forschungsstelle (Joint Research Centre, JRC) der Europäischen Kommission einen neuen Bericht mit dem Titel „Closing the loop on the EU’s titanium supply chain“ veröffentlicht, der einen ambitionierten Kurs für die Zukunft des Titans in Europa vorgibt.
Das Dokument hebt die starke Abhängigkeit der EU von Titanimporten hervor und zeigt einen Weg zu einer widerstandsfähigeren, kreislauforientierten und nachhaltigen Lieferkette auf – einer Lieferkette, die strategische Metalle innerhalb der Grenzen Europas hält.
Titan ist unverzichtbar für die europäische Luft- und Raumfahrt und die Verteidigungsindustrie, aber auch für Branchen, die den grünen und den digitalen Wandel vorantreiben – von der Energieerzeugung über Robotik und Medizinprodukte bis hin zum 3D-Druck. Dennoch ist Europa weitgehend auf externe Lieferanten angewiesen. Die Botschaft der JRC ist eindeutig: Die EU muss konkrete Schritte unternehmen, um ihre offene strategische Autonomie zu stärken und beim Einsatz von Titan „den Kreislauf zu schließen“.
Von der Abhängigkeit zur Resilienz
Die europäische Titanindustrie sieht 2025 ganz anders aus als noch vor einem Jahr. Die Verwerfungen des Jahres 2024 haben Hersteller und Händler veranlasst, ihre Lieferketten zu überdenken: Lieferanten wurden neu qualifiziert, Bezugsquellen umgestellt und ein selektiveres, widerstandsfähigeres Netzwerk aufgebaut. Jahrzehntelang konzentrierte sich das weltweite Titanangebot auf wenige Länder – Russland, China, Japan und Kasachstan. Die jüngsten geopolitischen Veränderungen haben Europa gezwungen, sich schnell anzupassen und weggefallene Kapazitäten zu ersetzen, während das Risiko weiterer Störungen bestehen bleibt.
Nach Angaben der JRC importiert die EU nach wie vor rund sechsmal mehr Titan, als sie exportiert. Neue Rahmenwerke wie der Critical Raw Materials Act und der Industrieplan zum Grünen Deal sollen das ändern, indem sie die heimische Produktion, das Recycling und die Kreislaufnutzung strategischer Metalle fördern.
Für Unternehmen wie Hermith hat der Wandel Herausforderungen wie Chancen mit sich gebracht: strengere Anforderungen an Zertifizierung und Rückverfolgbarkeit, aber auch ein stärkeres, agileres europäisches Titan-Ökosystem, das besser für die Zukunft gerüstet ist.
Eine neue industrielle Dynamik
Infolgedessen wandelt sich die europäische Titanlandschaft allmählich von Abhängigkeit zu Resilienz. Nachhaltigkeit geht heute über ökologische Verantwortung hinaus; sie ist zu einer Frage der industriellen Sicherheit geworden. Die Unterstützung europäischer Lagerhändler, Verarbeiter und Hersteller – also derjenigen, die vor Ort investieren, auf lokales Know-how setzen und europäische Standards einhalten – steht heute im Mittelpunkt der übergeordneten Autonomiestrategie der EU.
Kreislaufwirtschaft ist heute nicht nur ein Umweltziel – sie ist eine wirtschaftliche und strategische Notwendigkeit. Die Unterstützung europäischer Lagerhändler, Verarbeiter und Hersteller ist entscheidend, um Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Innovation in der EU zu halten und eine zuverlässige Titanversorgung für Anwendungen in Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und Energie zu sichern.
Hermith: Titan für Europas neue Realität
Eines der Unternehmen, die sich bereits auf diesen Wandel eingestellt haben, ist die Hermith GmbH mit Hauptsitz in München. Seit mehr als einem Jahrzehnt ist Hermith auf die Lieferung von Titanwerkstoffen für die Luft- und Raumfahrt, die Medizintechnik, die Industrie und viele weitere Anwendungen spezialisiert – alle gefertigt nach den Normen EN 9100, EN 9120 und ISO 9001.
Mit einer Produktions- und Vertriebskapazität von mehr als 1.000 Tonnen pro Jahr beliefert Hermith Kunden in ganz Europa von seinen Standorten in Deutschland, Irland, der Türkei und Indien aus. Die wachsende Präsenz des Unternehmens folgt einer übergeordneten Strategie: Lieferketten verkürzen, die regionale Präsenz stärken und Zuverlässigkeit in einem volatilen Markt gewährleisten.
Hermith investiert zudem in Innovation – insbesondere in Titandraht für die additive Fertigung, bei dem höhere Reinheit und Gleichmäßigkeit für leistungsfähigen 3D-Druck entscheidend sind. Dieser Fokus auf Werkstoffwissenschaft und Prozesskontrolle unterstützt unmittelbar die Ziele der EU für eine sauberere, stärker kreislauforientierte Produktion.
Der Ansatz von Hermith steht in engem Einklang mit der Titanstrategie der EU:
- Europäische Produktion und Zertifizierung sorgen für sichere Lieferketten.
- Das breite Produktportfolio reicht von Stangen und Blechen bis zu Knüppeln und Rohren.
- Das Engagement für Innovation und Recycling fördert die Kreislaufwirtschaft.
- Die strategische Präsenz in wichtigen europäischen Regionen gewährleistet Flexibilität und termingerechte Lieferung.
Die JRC kommt zu dem Schluss: „Indem die EU die Kreislaufwirtschaft voranbringt, Produktion zurückverlagert und Partnerschaften fördert, kann sie ein nachhaltiges Titan-Ökosystem sichern.“ Hermith ist bereit, Teil dieses Wandels zu sein – und die Werkstoffe, das Know-how und die Kapazitäten bereitzustellen, die Europa dafür braucht.
Ausblick
Branchenanalysten erwarten, dass die Nachfrage nach Titan in Europa in den nächsten fünf Jahren immer schneller wächst, getrieben von zivilen wie von Verteidigungsprogrammen. Gleichzeitig wird die EU-Politik zunehmend Lieferanten bevorzugen, die lokale Beschaffung, Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft nachweisen können. Dieses Zusammenspiel politischer und industrieller Prioritäten verändert den Wettbewerb – zugunsten von Unternehmen, die Zuverlässigkeit, Innovation und regionale Präsenz verbinden.
Den vollständigen Artikel der Europäischen Kommission lesen Sie hier: Closing the loop on the EU’s titanium supply chain




